Philharmonischer Chor kann konzertieren

Bericht Gmünder Tagespost und Remszeitung vom 09.10.2020


Konzept für Proben und Konzerte am 5.Dezember / Förderung durch das Ministerium


Der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd kann sein für den 5. Dezember 2020 im Heilig-Kreuz-Münster geplantes Konzert trotz Corona durchführen. Ausschlaggebend dafür sind zum einen ein von Stephan Beck und der Vorsitzenden Susanne Wiker entwickeltes kluges Konzept für Proben und Konzert, zum anderen eine großzügige Förderung durch das Impulsprogramm „Kunst Trotz Abstand“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Aus diesem Programm des Ministeriums werden landesweit 63 Projekte unterstützt – 170 Anträge waren eingegangen. Das von Susanne Wiker, der Vorsitzenden des Chores, eingereichte detaillierte Konzept überzeugte offenbar die Vergabekommission. So wird es trotz der eingeschränkten Zuhörerzahl möglich sein, ein Konzert mit Instrumentalisten und Solisten durchzuführen.

Dazu mussten allerdings mehrere Hürden überwunden werden: Der Philharmonische Chor kann in voller Stärke im Schwörsaal der Städtischen Musikschule nicht proben; auch die nach den Maßgaben der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Münster bei Veranstaltungen zugelassene Personenzahl – kaum über 100 – setzt eine enge Grenze. Dem Chorleiter Stephan Beck ist es gelungen, aus der Not eine Tugend zu machen: Der Philharmonische Chor probt nun aufgeteilt in drei kleine, aber durchaus „singfähige“ Chöre, die jeweils unter Berücksichtigung des Hygienekonzepts im Schwörsaal üben können. An jedem Dienstag proben zwei der Teilchöre jeweils eine Stunde lang, so dass jedes Chormitglied an zwei von drei Dienstagen zum Einsatz kommt. Parallel dazu findet Stimmbildung bei Anna Escala für jeweils eine oder zwei Personen statt. In den Pausen und zwischen den beiden Probeneinheiten wird gelüftet, „Begegnungsverkehr“ im Treppenhaus kann vermieden werden. Auf dem Weg in den Saal und nach draußen wird die im Haus geltende Maskenpflicht streng eingehalten.

Absolut außergewöhnlich werden aber auch die Konzerte selbst im Heilig-Kreuz-Münster sein: Wegen der geringen möglichen Besucherzahl wird es ein nur knapp einstündiges Programm geben, das dann jedoch zwei- oder dreimal hintereinander aufgeführt wird. Dazwischen wird gelüftet und desinfiziert. Ganz einmalig ist es auch, dass die vier Teilchöre des Philharmonischen Chores getrennt und an verschiedenen Orten im Kirchenraum singen und Werke von Bach, Händel u. a. zusammen mit Instrumentalisten und Solisten interpretieren werden. Das weihnachtlich-konzertante Raumerlebnis wird noch intensiviert durch die Einbeziehung einer Licht-Kunst-Illumination, welche die Fa. Mixtown entwickeln und installieren wird.

Mit einem intelligenten Konzept und Dank der Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst kann also trotz allem ein Stillstand des Musiklebens in Gmünd vermieden werden.


Bericht Bernhard Fauser